Wochenendtrip nach Shanghai, das Tor zur Welt

Am 12. Oktober stand unser erster Wochenendtrip nach Shanghai an. Ich habe mich auf diesen Trip sehr gefreut, da ich bereits drei Jahre in Shanghai gelebt habe und so meine Lieblingsorte den anderen zeigen konnte. Nicht umsonst wird Shanghai auch „Das Tor zur Welt“ genannt, denn mit über 20 Millionen Einwohnern ist es einer der größten Städte Chinas. Zwei Drittel der Deutschen, die in China wohnen, leben in Shanghai und sorgen mit zahlreichen anderen Nationen für ein internationales, modernes Leben mit traditionellem, chinesischem Charakter. Das macht Shanghai zu einer pulsierenden Stadt, die sich stetig verändert und doch ihren Charakter behält. 

Mit dem Zug fuhren wir am Nachmittag von Ningbo los. In Shanghai angekommen haben wir uns auf die Suche nach der Metro gemacht, um zu unserem Apartment in der Innenstadt zu fahren. Je mehr wir uns dem Stadtzentrum näherten, desto voller wurde es. An diese Menschenmassen muss man sich erstmal gewöhnen und auch die damit verbundene Lautstärke ist auch ein Grund, warum man schnell müde wird. 

Im Apartment angekommen haben wir schnell ausgepackt und sind dann los Richtung Bund, der Promenade in Shanghai. Hier kann man eindrucksvoll das Alte und die Moderne in Shanghai erfahren. Am westlichen Ufer des Huangpu Rivers liegt die Promenade mit alten Gebäuden aus der Kolonialzeit. Darunter befindet sich das unter Shanghaiern und Expats bekannte Peace Hotel, die Bar Rouge und ein Glockenturm, der wie Big Ben zu jeder vollen Stunde läutet. Zur rechten Seite des östlichen Ufers befindet sich die Wirtschaftszone Pudong und die Skyline von Shanghai. 

Auf dem Weg zum Bund sind wir in einem Food Court etwas Essen gegangen, da wir alle Hunger hatten. Das Angebot war groß, so konnte jeder etwas für seinen Geschmack finden und war zufrieden. Danach ging es weiter zum Bund. Inzwischen war es Abend und die Gebäude waren bunt angestrahlt. Beispielsweise werden die Gebäude als Werbeflächen eingesetzt und zeigen kurze Videos oder GIFs von chinesischen Marken. Die Werbungen werden bewusst dazu eingesetzt um das Stadtbild zu verschönern. Dies macht die Skyline Shanghais zu einer der besondersten der Welt. Natürlich war es hier sehr voll, denn jeder der Shanghai besucht, möchte als Erstes die Skyline sehen. Besonders heben sich der Pearl Tower, das Wahrzeichen Shanghais, Jin Mao Tower, Shanghai Financial Tower, aufgrund seiner Form auch Flaschenöffner genannt und der dritthöchste Tower der Welt der Shanghai Tower hervor. Mit einem Cocktail auf der Rooftopbar des Captain Youth Hostels haben wir auf das Wochenende in Shanghai angestoßen. Neben Kultur und großen Gebäuden ist Shanghai auch für Partys bekannt. Was für Partys in Shanghai gefeiert werden haben wir am ersten Abend erfahren.

Nanjing Lu
Shanghai Skyline

Am nächsten Tag haben wir Shanghai näher erkundet. Gestartet haben wir von unserem Apartment in der West Nanjing Lu mit einem ausgiebigen Frühstück bei Baker & Spice in der Mall K11. Besonders gefreut habe ich mich auf deren Karottenkuchen – to die for. Jeder der Baker & Spice kennt, weiß was ich meine. Gestärkt starteten wir mit einer Entdeckungstour durch das French Concession. Die Cafes, Restaurants und das gesamte Flair dieses Viertels machen es zu einem meiner Lieblingsviertel. So zeigt das alte Dorf Xintiandi erfolgreich wie man Tradition mit Moderne verbinden kann. Die ehemaligen Wohnhäuser stehen für die typische Wohnkultur Shanghais und beinhalten moderne Geschäfte wie beispielsweise Shanghai Tang. In dem Fuxin Park kann man mit den Chinesen entspannen. Hier halten sich Chinesen gerne auf und machen das, wozu sie in ihrer Wohnung keinen Platz haben. Ältere singen Karaoke oder treffen sich zum Plausch auf der Parkbank.

Der Heiratsmarkt im People Square Park ist auch sehenswert. Chinesische Eltern vermitteln ihre Kinder an geeignete Ehepartner. Dafür haben sie kurze Steckbriefe meistens auf Regenschirmen befestigt, andere Eltern laufen durch den Park und suchen nach dem perfekten Partner/Partnerin für ihr Kind. Es ist entsprechend voll und das ganze Geschehen erinnert ein bisschen an analoges Tinder. Anschließend sind wir noch auf den Pearl Tower gegangen. Dieser Turm besitzt einen Glasboden und man schaut von Hundert Metern Höhe auf das Geschehen unter sich. Ein kleiner Nervenkitzel und es kostet einige Überwindung den gläsernen Boden zu betreten. Da der Tower das Wahrzeichen von Shanghai ist, betragen die Wartezeiten meistens eine Stunde oder mehr. Aber die Aussicht belohnt das lange Warten und ist die Sicht gut, kann man ganz Shanghai sehen.

Ein weiteres Highlight sind die Fakemarktets in Shanghai. In den letzten Jahren ist die Anzahl leider zurückgegangen, so hat zum Beispiel der bekannteste Fakemarket in der Nanjing Lu vor einigen Jahren geschlossen. Trotzdem mangelt es nicht an den berühmt berüchtigten Fakemarkets, wo auch wir unser letztes Geld gelassen haben. Während ein Teil von uns shoppen war, haben sich die Anderen am letzten Tag verschiedene Tempel und Parks angeschaut. Abends haben wir uns an der Bahnstation getroffen und sind mit dem Zug nach Ningbo zurückgefahren. Insgesamt hatten wir ein sehr schönes Wochenende in Shanghai und viele interessante Eindrücke gewonnen. Ich habe es sehr genossen, meiner alter Heimatstadt einen Besuch abzustatten.